Vom Vergnügen des Markteinkaufs

Ich bin ein Bauernmarktjunkie. Wenn ich nicht auf dem Markt einkaufen kann, bekomme ich schlechte Laune. Früher genügte es mir, wenigstens einmal in der Woche, Freitag oder am Samstag auf einem Markt meinen Wochenbedarf an Gemüse, Obst, Fleich oder frischem Fisch zu holen. Da der Markt auf dem Münsterplatz an Wochenenden von ernsthaft einkaufen wollenden Menschen nach zehn Uhr besser nicht mehr aufgesucht wird, weil einen ab da die gemütlich schauenden Touristen ausbremsen, habe ich mir angewöhnt, dort recht früh hin zu gehen. Ich finde, das ist gut für alle! Von Herzen gegönnt sei unseren Besuchern das Flanieren auf dem Münstermarkt. Ich wiederum kaufe entspannter ein.

Dabei habe ich mit der Zeit das Vergnügen des frühen Einkaufs entdeckt und mache das jetzt öfter in der Woche. Manchmal nehme ich nur ein, zwei Zutaten mit für einen in der Firma gemeinsam zubereiteten Salat, manchmal meinen Tagesbedarf an Gemüse, Obst oder Fleisch. Jetzt kann es schon mal vorkommen, dass ich schlechte Laune bekomme, wenn ich nicht mindestens dreimal in der Woche auf dem Markt bin 😉

Das Einkaufen auf dem Markt ist leider vielfältigen Vorurteilen unterworfen. Das Killerargument schlechthin: Zu teuer! Das nächste: Keine Zeit. Dann noch eins: Kein Markt in der Nähe. Diese Ansichten möchte ich in loser Folge beleuchten und das Vergnügen an saisonalem und regionalem Einkauf mit euch teilen.

Heute mal ganz nüchtern: Preise. Ja, die Preise. Natürlich gibt’s hier keine 8 Zucchini für 99 Cent. Natürlich gibt es auch kein Pfund Mandarinen für 1,59 €, und schon gar nicht rund ums Jahr. Schaut man sich jedoch das saisonal gerade aktuelle Gemüse und andere regionale Produkte an, dann sieht es schon ganz anders aus. Zum Beispiel Endiviensalat (zugegeben, nicht jedermanns Sache) für 80 Cent, ein Riesending. Nicht nur ergiebiger, als mancher turbogezüchtete Kopf im Discounter, sondern er schmeckt auch intensiver. Da die Blätter nicht gleich lummelig werden, wie bei so manchem schwachbrüstigen Teil aus einem weit erntfernten Produktionsbetrieb, kann man den Salat auch locker ein paar Tage aufbewahren.

Bei Fisch ist zur Zeit der Forellenhof aus Umkirch, dem Freiburger Umland, mein Liebling: Forelle zum unschlagbaren Preis von 8,50 € das Kilo. Bei einer mittleren Forelle komme ich da auf einen Preis von 1,50 bis 1,90 € pro Person, was will man mehr? Vergleich fällig? Schaut mal in die „Angebote“ der Lebensmittelmärkte eures Vertrauens, da geht es bei 9,90 € los bis hin zu 12,90 €.

Umsonst dazu bekomme ich bei meinem Einkauf Beratung erster Güte, ein nettes Schwätzchen hier, einen fröhlichen Gruß da, vielleicht eine neue Rezeptidee, viel frische Luft, und eine ganz besondere Morgenstimmung, wenn ich es schaffe, um halb Acht schon da zu sein.

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Eine Antwort zu Vom Vergnügen des Markteinkaufs

  1. Walking-Girl schreibt:

    Ich liebe das das Einkaufen auf dem Markt auch. Insbesondere Samstags ist der Markt bei uns besonders schön. Er ist dann auch auf einem Münsterplatz, allerdings nicht in Freiburg. 🙂

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