Forelle Blau

Mark Twain waren die Schwarzwälder Forellen nicht groß genug. Das hat seinen Angelgenuss im Schwarzwald wohl etwas geschmälert. Er verliert jedenfalls nur ein paar bissige Zeilen darüber. Hemingway dagegen gibt damit an, unter vorsätzlicher Umgehung der lästigen deutschen Bürokratie ohne Angelschein vier „ordentliche“ Forellen gefangen zu haben, während seine Frau Schmiere stand.

Die Forelle scheint mir angesichts der überall erhältlichen exotischen Fischsorten etwas aus der Mode gekommen zu sein. In Restaurants bekommt man sie immer seltener angeboten, und wenn, dann oft nur noch als Filet. Sichtet man die Rezepte im Internet für diesen Fisch, findet man gängige Zubereitungsarten, wie „Müllerin“,  mit Kräutern gefüllt und in der Folie gegrillt oder im Mehl gewendet und gebraten. Die Forelle Blau ist erst sehr weit hinten aufgelistet, wenn überhaupt. Da traut sich wohl keiner so recht ran. Gesottener Fisch kann ganz schön langweilig schmecken, aber ein paar Sorten vertragen das recht gut, wie die Scholle, oder eben die Forelle. Ihr zarter Eigengeschmack kommt so voll zur Geltung und wird durch nichts verdeckt.

Die Zubereitung: In einem langen Bräter Wasser mit einem kräftigen Schuss Essig erhitzen, und ein Lorbeerblatt, einige Wacholderbeeren, sowie etwas gehacktes Suppengrün dazugeben. Die Menge des Wassers, und damit des Essigs, hängt von der Anzahl der Forellen ab, denn sie sollten alle beim Garen bedeckt sein.

Die Forelle benötigt vorsichtige Vorbereitung, wenn man Wert auf die blaue Farbe legt, welche sie beim Garen annimmt. Einen Teil trägt der Essig dazu bei, den anderen Teil die Schleimschicht, die die Haut der Forelle überzieht. Zum Waschen sollte die Forelle am besten nur kurz unters Wasser gehalten werden, wobei man sie am besten an Kopf und Schwanz festhält, damit die Schleimschicht nicht verletzt wird. Sobald das Wasser aufkocht die Hitze um ein Drittel reduzieren. Der Fisch sollte im siedenden Wasser garen. Genaue Zeitangaben, wann eine Forelle gar ist lassen sich nicht so einfach machen, da dies natürlich von der Größe der Fische abhängt. Ein sicheres Indiz dafür, dass ein Fisch gar ist gibt die Rückenflosse. Lässt sich diese leicht herauslösen, ist es soweit. Den Fisch auf einer Schaumkelle aus dem Topf auf einen Teller heben.

Zur Forelle Blau serviere ich schlicht Salzkartoffeln, Meerettich mit etwas Joghurt angerührt, und vielleicht noch zerlassene Butter. Das alles rundet ein Blattsalat mit Orangenschnitzen ab, oder, wenn es soweit ist, ein Feldsalat.

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4 Antworten zu Forelle Blau

  1. Forelle schreibt:

    Huhu, super Beitrag über Forelle. Ich wusste das bis jetzt noch gar nicht. Super Service. Danke, Bianca.

  2. Forelle schreibt:

    Habe diesen Blogpost über die Suche zum Thema Forelle gefunden. Den Blog muss ich mir bookmarken. Vielen Dank für den Post und liebe Grüße, Marina.

    • Luise schreibt:

      Liebe Marina, vielen Dank, das freut mich. Ich habe kurz in die Angelvideos reingeschaut und hätte da einen link beizusteuern. Vielleicht unter der Rubrik „Fischen International“? Ganz großes 🙂

      Rimowa macht auch dan Freude, wenn man grad keinen neuen Koffer braucht!
      Grüße, Luise

  3. Pingback: Angeln in Kanada | Küchenliesel

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