Kürbis – nicht nur zum Veggietag

Der Kürbis fristet in Deutschland ein Aschenputteldasein – unverdientermaßen, wie ich meine. Ganz gewiss nicht mehr in der Haute Cuisine engagierter junger und ambitionierter Köche/Köchinnen, die ein begeisterndes Rezept nach dem andern in ihren Häusern anbieten.

In der täglichen Küche zuhause jedoch – hm, ja, die Hokkaidosuppe mit Ingwer, Zitronengras und sonstwas, die wird schon gerne gekocht und gegessen. Ansonsten – nada, niente, nichts.

Ich habe mich mal auf die Suche nach den Ursachen gemacht. Vielleicht ist es ja so, dass wir den Kürbis im Elternhaus gar nicht so recht kennengelernt haben. Dafür gibt es sicher mehrere Gründe. Ein ganz wichtiger, der sich wohl bald auswachsen wird ist, dass die Generation, die um die 1920-1930 geboren ist, den Kürbis ganz einfach über hat. In mageren Zeiten im und nach dem Krieg war dieses einfach nachwachsende Gemüse etwas, das selbst dann zur Verfügung stand, wenn andere Feldfrüchte nicht mehr gediehen. Und so ist es verständlich, wenn manche heute Kürbis nur anschauen müssen, um sich im Schauder abzuwenden. Wohl mehr wegen der Erinnerungen als wegen des Geschmackes. Und so haben ihn auch wir Kinder nicht richtig kennen gelernt.

Für die Bauern in den etwas reicheren Gegenden, wie zum Beispiel dem fruchtbaren Kaiserstuhl, wo es auch in Kriegszeiten und Nachkriegszeiten deutlich mehr und anderes als nur Kürbissse gab, wurde der Kürbis an die Schweine verfüttert. Was mit Sicherheit ein super Schweinefleische ergab.

Kein Wunder also, dass der Kürbis mit seinem schlechten Image nicht so recht mit seiner Vielfältigkeit punkten konnte, die in ihm steckt, und das hat sich leider lange gehalten.

Seit ein paar wenigen Jahren ändert sich das, und inzwischen gibt es Bäuerinnen, die sich regelrecht auf Kürbisse spezialisiert haben. Der allgegenwärtige Hokkaido ist ein wirklich tolles Gemüse. Tolle Farbe, viel Stärke, super Eigengeschmack, leicht zuzubereiten, weil er nicht geschält werden muss – und leider auch rund ums Jahr so allgegenwärtig, dass er schon wieder langweilig ist.

Dabei hat er so viel Brüder und Schwestern, dass der Winter gar nicht ausreicht, um alles unbeschadet auszuprobieren – Spaghetti Squash, Black Forest, grüner Hokkaido, Butternuss, Muskatkürbis, Racer, Gelber Zentner, Bischofsmütze und so weiter und so fort, und so weiter und so fort, und so weiter und so fort.

Beim Stöbern im Netz stößt man erfreulicherweise auf genügend informative Seiten über Kürbisse und auch interessante Rezepte. Heute habe ich cookoocs Vorschlag ausprobiert, aber mit einem Blackforest (sorry, das war Zufall!) – meine Gäste waren begeistert und ich bedanke mich für den Vorschlag 🙂

Dieser Beitrag wurde unter Essen & Trinken, Frontpage, Veggietag abgelegt und mit , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Kürbis – nicht nur zum Veggietag

  1. grautier schreibt:

    Danke für den Link aufs Kürbismuseum. Die Zubereitung als Suppe in allen Variationen ist ja etwas, an was man zur Zeit nirgendwo vorbei kommt. Was ich immer noch suche, sind Rezepte, in denen Kürbis als Gemüse (Beilage oder Hauptspeise) zubereitet wird. So wie man eben auch Zucchini, Paprika, Gurke, Tomate, Bohnen, … zubereiten kann. Irgendwelche Tipps?

    • Luise schreibt:

      Die Rezepte des Kürbismuseums sind doch schon ganz schön vielfältig, oder? Hast du da nichts inspirierendes gefunden? Mir gefällt das von cookook besonders gut:

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s