Abenteuer Indien – Curry

Meine Mutter erzählt immer wieder, wie beeindruckt sie war, als ihr in einem besonders kalten Winter vor der Uni indische Kommilitonen entgegen kamen. Allesamt waren sie barfuß in Sandalen unterwegs und schienen überhaupt nicht zu frieren, und das bei zweistelligen Minusgraden. Im Vorbeigehen nahm sie einen Hauch von exotischen Gewürzen wahr, die sie zu der Zeit nicht kannte. Für meine Mutter haben sich diese beiden Eindrücke so miteinander verbunden, dass sie immer überzeugt war, indische Gewürze könnten von innen heraus Wärme verbreiten. Und so ist es ja wohl auch.

Wichtige Gewürze der indischen, überhaupt der asiatischen Küche, sind zum Beispiel Ingwer, der dem Essen eine gewisse Schärfe verleiht, und tatsächlich Wärme im Körper entwickelt, sowie Fenchel, den man hier eher als öden Erkältungstee kannte, bevor die asiatischs Essen hier immer beliebter wurde. Dann natürlich auch Chili, sofern die Gäste das vertragen. Insofern ist ein Curry die ideale Winterspeise.

Ein Curry ist ein eintopfartiges Gericht und lässt daher der Köchin oder dem Koch die Freiheit, sich am Hackbrett und an den Gewürzdosen nach Lust und Laune auszutoben.

Beim Currypulver gibt es wirklich sehr gute Mischungen. Wer aber den ultimativen Spaß am Curry haben möchte, der sollte es mal selbst versuchen. Es ist nicht schwer. Tatsächlich ist es so, dass jede indische Köchin ihr eigenes Rezept hat, das sie wahrscheinlich auch immer mal variiert. Und das gibt uns die Lizenz, es genauso zu machen. Das erfordert zu Anfang den Einkauf diverser Gewürztütchen beim Asiaten, aber wer diese Vorräte mal hat, kann dann auch immer wieder andere Kombinationen daraus machen. Ich habe auch festgestellt, dass ich eher mal ein unbekanntes Rezept ausprobiere, wenn ich die Gewürze sowieso schon zuhause habe.

Die Grundzutaten sind fast immer Cumin, Koriandersamen, Bockshornkleesamen und Pfeffer. Danach auf die Jagd durch die Gewürzdosen! Senfkörner, Fenchelsamen, Kardamom, Muskatblüte, Chilis, Zimt, Nelken, alles am besten im Mörser zerstoßen. Nur Knoblauch und Ingwer sollte frisch gerieben dazu kommen, weil das aromatischer ist als Pulver. Wie viel von welchem Gewürz verwendet werden kann hängt vom eigenen Geschmack und etwas Übung ab. Anfangs habe ich mich an Rezepten orientiert, jetzt geht das freihändig.

Ganz gleich, ob ihr eine fertige Mischung verwendet, oder eine eigene, die Gewürze sollten bei milder Hitze in der Pfanne angeröstet werden, damit sie ein internsiveres Aroma entwickeln. Dann Butterschmalz und den Knofi dazugeben, die ersten Gemüse mit anrösten und mit Brühe ablöschen. Wenn die Gemüse, die eine längere Garzeit benötigen schon etwas geköchelt haben kommt der Rest hinzu, auch der geriebene Ingwer, der nicht so lange mitkochen muss, um seine Wirkung zu entfalten. Bei mittlerer Hitze fertig garen.

Die Auswahl der Gemüse hängt von der Jahreszeit ab, und was man daraus machen möchte. Im Winter koche ich gerne mal ein grünes Curry mit Lauch, Rosenkohl, Winterspinat und Kartoffeln. Oder ein grün-weißes mit Kartoffeln, Kohlrabi, Brokkoli und Wirsing. Genauso schmackhaft ist auch, mal nur ein Gemüse so zuzubereiten, wie zum Beispiel Kürbis. Der Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt. So lassen sich auch gut Reste in der Küche verarbeiten, ohne dass das Essen nachher wie Resteverarbeitung wirkt.

Hier noch ein paar Tipps für all diejenigen, die gerne ab und zu mal freestyle, will sagen ohne akkurates Rezept, kochen:

Die Gemüsemenge pro Person – zwei Handvoll, in kleinen Scheiben und Stückchen

Die Gewürzmenge pro Person: ½ Tl Currypulver und ein haselnussgroßes Stück Ingwer, geschält und gerieben

Auf ins Abenteuer – viel Spaß dabei!

Dieser Beitrag wurde unter Essen & Trinken, Frontpage, Gewürze, Plaudereien abgelegt und mit , , , , , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Abenteuer Indien – Curry

  1. Walking-Girl schreibt:

    Hallo Luise,
    selbstgemachte Curry-Mischungen sind wirklich super. Ich finde sie auch viel besser als die gekauften. Vielen Dank für den Link zu meinen Kürbisrezept. Es hat sich leider nur ein kleiner Fehler eingeschlichen. Er führt zu meinem Gewürzreis. 😉
    Viele Grüße und schönen Abend.
    Elena

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s