Nachlese Plaza Culinaria, Teil 1

Meine Highlights dieser Messe hatte ich ja schon genannt. Nun will ich etwas ausführlicher werden. Die Plaza Culinaria ist eine ziemlich große kulinarische Messe für sogenannte Endverbraucher, wie das so schön heißt. „Genießer“ fände ich schöner. Diese Messe wird unweigerlich wachsen, und das liegt meiner Meinung nach am Konzept.

In den Freiburger Messehallen stellen seit sieben Jahren überwiegend regionale Produzenten aus, oder solche, die sich der nachhaltigen Lebensmittelproduktion und -verarbeitung verschrieben haben. Das bedeutet, sehr viele Aussteller aus der Region zu treffen, wobei die Region sich auch auf das benachbarte Elsass erstreckt. Bei unserer gemeinsamen Geschichte, die auch in der Küche ihre Spuren hinterlassen hat, kann es auch gar nicht anders sein. Hinzu kommen Produzenten aus der Schweiz, zu der man eh und je wirtschaftliche Beziehungen pflegte, und Österreich, dessen Grenzen sich auch schon mal über Freiburg hinaus ertreckt hatten und den genussfreudigen Badenern umwerfende Süßspeisen hinterließ.

Hinzu kommen Produzenten aus ferneren Ländern, denen aber allen die nachhaltige Produktion wichtig ist, Slow Food in action sozusagen. Olivenöl gibt es nun mal nicht aus Süddeutschland.

Bei diesem üppigen Angebot ist es eine echte Aufgabe, sich durchzufinden, nicht an der Vielfalt zu verzweifeln, und mit einer gewissen Ruhe die Gänge der Messe zu durchstreifen, offen für neue Eindrücke. Ich bin immer wieder überrascht, welche Tipps ich dann auch von Bekannten bekam, Dinge die ich zuvor übersehen hatte. Zwei meiner Highlights kannte ich jedoch schon vor der Messe, und es war einfach ein Spaß, sie am Stand zu besuchen, die Atmosphäre aufzusaugen, und dann weiterzuziehen.

Number One: www. Chiligarten.com

Chilis sind ja nun in den letzten paar Jahren schwer in Mode gekommen. Man hat sie kennengelernt durch die etwas pfiffigere Thaiküche, und stellte fest, dass scharf nicht gleich scharf bedeutet. Cajunküche, gute chinesische Küche, südamerikanische Küche, die arabische Mittelmeerküche, sie alle verarbeiten Chilis in milderer bis schärferer Form. Was die Schärfe von Chilis besonders auszeichnet ist, dass sie erstens den Geschmack des jeweiligen Gerichtes nicht übertönen, sondern seinen Geschmack eher unterstreichen. Dazu kommt, dass Chilis unabhängig von ihrer Schärfe ein sehr eigenes Aroma haben, das über die Schärfe hinaus einem Gericht seine eigene Note geben kann.

Chilis selbst zu ziehen ist bei genügend Sonne und entsprechender Zuwendung durchaus machbar. Inzwischen gibt es sogar schon lokale Erzeuger, die Chilis auf dem Markt anbieten, und die Auswahl ist beachtlich. Letzteres ist mir lieber, da habe ich mehr Abwechslung, und am Ende der Saison stehe ich auch nicht vor der Frage, wie ich den Rest meiner üpptigen Ernte haltbar mache. Es gibt Chilis, die beim Trocknen ihren Charme verlieren.

Und hier kommt der Chiligarten ins Spiel. Andrea Grecu-Schulze hat variantenreiche Wege gefunden, Chilis haltbar zu machen. Sauer eingemacht, als jamaicanische Paste, mild scharf bis gefährlich scharf, mit arabischen Gewürzen, rote Chilis, nur gelbe Chilis, Chutneys in Kombination mit Früchten, und immer wieder auch etwas Neues. Dabei strebt sie nicht nach rekordverdächtigen Scovillewerten, sondern nach abgerundetem Geschmack, der dem eigentlichen Gericht die Hauptrolle lässt.  So viel Abwechslung schafft man gar nicht, wenn man das selbst macht. Und so kaufe ich gerne mal im Chiligarten etwas ein, selbst wenn ich ab und zu ein eigenes Harissa herstelle.

Ein Onlineshop steht leider nicht zur Verfügung, der Chiligarten ist aber auf verschiedenen Adventsmärkten in der Region präsent.

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