Vulkanspargel – Neues Gemüse, altes Gemüse

Vulkanspargel

Im Kaiserstuhl haben sich einige Landwirte und Köche der Aufgabe verschrieben, alte Gemüsesorten wieder anzubauen und den Kunden auf Märkten und in Restaurants wieder zugänglich zu machen. So soll die Vielfalt des angebauten Gemüses erweitert, ja eigentlich zurückerobert werden, die in den letzten Jahrzehnten aufgrund der Vereinheitlichung der Landwirtschaft stark zurückging.
Zu den vom Plenum Naturgarten Kaiserstuhl aufgezählten fünf alten-neuen Gemüsesorten zählt der Vulkanspargel, der zur Familie der Zichorien gehört. Im Spätherbst war es soweit, der erste Vulkanspargel wurde auf dem Münstermarkt angeboten. Klar, dass ich den gleich versuchen wollte. In den letzten Wochen habe ich verschiedene Zubereitungsarten ausprobiert und bin begeistert!
Der Vulkanspargel kann von Oktober bis Januar geerntet werden. Er hat spargelartige Sprößlinge, die von langen saftigen Blattstielen umgeben sind. Die Blätter sehen ein bisschen wie Löwenzahn aus.
Er zeichnet sich durch einen hohen Vitamin- und Mineralstoffgehalt (Vitamin A, Kalzium, Phosphor, Eisen, Karotin) aus und schmeckt insgesamt leicht bitter. Leider ist die Pflanze ziemlich anfällig dafür, schnell an den Blatträndern braun zu werden. Wenn es geht, lagert man sie am besten in einer Stofftasche auf dem Balkon.

Hier zwei einfache Arten, den Vulkanspargel zuzubereiten:
Die Blätter abzupfen, waschen und in ca. 4  Zentimeter lange Stückchen schneiden. Butter in einer Pfanne zerlassen, etwas Muskatnuss darüberreiben. Die Vulkanspargelstengel dazu geben, bei mittlerer Hitze kurz in der Butter schwenken und dann mit drei oder vier Eiern eine Omelette daraus machen. Die Butter und der Muskat heben den leicht bitteren Geschmack des Vulkanspargels hervor, ohne dass dieser Geschmack das Omelette dominiert.

Quelle: Plenum Naturgarten Kaiserstuhl

Die Spargelsprößlinge mit der Hand voneinander trennen, in Butter bei mittlerer Hitze in der Pfanne anschwitzen, mit einem winzigen Schlöck Balsamicoessig ablöschen und zu einem kleinen, zartrosa gebratenen Rinderfiletsteak servieren.

Der Experimentierfreude sind natürlich keine Grenzen gesetzt, und so empfehle ich euch auch, Salatvarianten nach eurem gusto auszuprobieren. Da ich gerne bitter esse habe ich es mal versucht mit einer Mischung aus Vulkanspargelblättern, Chicoree und Radiccio, dazu Orangenschnitze und mit einem guten Rapsöl angemacht.
Was ich nun nicht weiß, mich aber brennend interessieren würde ist, wo dieser Vulkanspargel noch angebaut und angeboten wird. Ja, und ob einer von euch sich zu weiteren experimenten inspiriert fühlt. Nur zu, ich freue mich über weitere Beiträge!

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8 Antworten zu Vulkanspargel – Neues Gemüse, altes Gemüse

  1. cookkooc schreibt:

    Ich habe das Gemüse schon mal in einem türkischen Lebensmittelladen bei mir um die Ecke gesehen, wenn mich nicht alles täuscht. Weiß nicht, ob Dir das weiterhilft.

    • Luise schreibt:

      Ja, vielen Dank! Ursprünglich stammt die Zichorie aus Mitteleuropa, daher ist es wohl nicht verwunderlich, wenn du sie im türkischen Laden gefunden hast. Die Bezeichnung „Vulaknspargel“ ist ein Marketingbegriff des naturgartens Kaiserstuhl, weil der Kaiserstuhl eben ein Vulkan ist 😉

  2. Uma schreibt:

    Hallo und guten Tag. Ich habe ein „Gemüsekiste-Abo“ und da wird gerade Vulkanspargel mit Infoblatt angeboten. Überlege, ob ich ihn bestelle und deshalb bin ich auf dieser Seite gelandet. Danke für diese Information.

  3. Gabriele schreibt:

    „Vulkanspargel“ ist auch ein in Italien bekanntes Gemüse (Calmata). Ich hole ihn immer im türkischen Laden, wo er auch viel günstiger zu haben ist als auf dem Münstermarkt.

  4. conni schreibt:

    Guck einfach mal bei google unter „catalogna“, denn so heißt das Gemüse in Italien, wo es schon immer angebaut wurde. Es gibt wunderbare Gerichte damit in der italienischen Küche!

  5. R.Hoffmann schreibt:

    Vielen Dank für die Empfehlung! 🙂 Mein Bioladen hatte gestern Vulkanspargel und hat Ihren Artikel (hoffentlich mit Ihrer Erlaubnis) ausgedruckt und an das Regal gepinnt. Ich habe ihn in der Pfanne mit Butter, Champignons und angemachtem Tofu zubereitet. Sehr lecker! Ich finde ihn kaum bitter, erinnert mich eher an Artischocken-Herzen. Wenn man seit Jahrzehnten Gemüse isst, wird das Gewohnte irgendwann langweilig, ich freue mich über ungeahnte Entdeckungen! 🙂 Herzliche Grüße aus Berlin

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